Warum das NAS naheliegt
Wer ein NAS von Synology, QNAP, UGREEN, Asustor, TerraMaster oder Zyxel besitzt, hat die Grundvoraussetzungen für ein Dokumentenarchiv schon erfüllt: reichlich Platz, ein Gerät, das ohnehin läuft, redundante Platten und im besten Fall eine automatische Sicherung. Dass die Steuerbescheide der letzten zehn Jahre dort hingehören, ist eine gute Intuition.
Die Frage ist nur, welche Rolle das NAS dabei übernimmt. Es gibt zwei grundverschiedene Antworten — und die meisten Anleitungen im Netz beschreiben nur die erste.
Was das NAS von Haus aus kann — und wo es aufhört
Jeder Hersteller liefert Werkzeuge mit, die nach Dokumentenverwaltung klingen:
- Synology bringt Synology Drive mit Dateiversionierung und Etiketten, dazu die Universal Search und mit Synology Office eine Zusammenarbeitsschicht.
- QNAP hat mit Qsirch eine Volltextsuche über die Freigaben und mit Qfiling eine regelbasierte Einsortierung; QuMagie und File Station ergänzen das.
- Asustor, TerraMaster, UGREEN und Zyxel liefern jeweils eigene Datei- und Suchapps in vergleichbarem Zuschnitt.
Diese Werkzeuge sind gut in dem, wofür sie gebaut sind: Dateien ablegen, teilen, versionieren, wiederfinden. Für ein Dokumentenarchiv fehlt ihnen aber regelmäßig genau das, was ein DMS ausmacht:
- Keine verlässliche Texterkennung. Ein eingescanntes Blatt bleibt ein Bild. Die Volltextsuche findet, was ohnehin schon Text war — bei Scans also nichts. Wo OCR angeboten wird, ist sie oft an bestimmte Modelle, Pakete oder Zusatzlizenzen gebunden.
- Keine inhaltliche Erkennung. Absender, Dokumenttyp, Rechnungsdatum, Fristen — nichts davon wird aus dem Dokument gelesen. Regeln wie Qfiling greifen auf Dateinamen und Dateityp zu, nicht auf den Inhalt.
- Kein Erfassungsweg. Es fehlt der bequeme Einwurf: mit dem Handy scannen, aus einer App teilen, E-Mail-Anhänge automatisch einsammeln.
- Schlagworte, die nicht mitreisen. Etiketten leben in der Datenbank des NAS. Kopierst du den Ordner weg, bleiben sie zurück.
Die Bordmittel machen aus dem NAS ein sehr ordentliches Dateiablagesystem — aber kein Dokumentenmanagement. Für die Lücke gibt es die beiden Wege, die jetzt kommen.
Welche NAS-Systeme ein DMS tragen können
Soll ein vollwertiges DMS auf dem NAS laufen, braucht das Gerät drei Dinge: eine Container-Laufzeit, genug Arbeitsspeicher und eine CPU, mit der die Software etwas anfangen kann.
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| Plattform | Container-Laufzeit | Praktische Eignung | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|---|
| Synology DSM | Container Managerfrüher „Docker“, inkl. Compose-Projekte | gutdie meisten Anleitungen im Netz | Nicht jedes Modell hat den Container Manager — die Einsteiger- und ARM-Reihen (J- und teils Value-Serie) oft nicht. Vor dem Kauf im Paketzentrum prüfen. |
| QNAP QTS / QuTS hero | Container StationDocker + LXD | gut bis sehr gutmeist großzügiger ausgestattet | Arbeitsspeicher lässt sich bei vielen Modellen nachrüsten. Auf Sicherheitsupdates achten — QNAP-Geräte im Netz waren wiederholt Ziel von Angriffen. |
| UGREEN UGOS Pro | Docker-App | gutstarke Hardware fürs Geld | Junge Plattform: weniger fertige Anleitungen, Funktionen kommen später als bei DSM/QTS. |
| Asustor ADM | Docker über App CentralPortainer verbreitet | solide | Modellabhängig; auf Intel-Modellen deutlich unkritischer als auf ARM. |
| TerraMaster TOS | Docker-Manager | solidepreisbewusst | Kleinere Community, weniger deutschsprachige Anleitungen. |
| Zyxel, Buffalo, WD My Cloud |
meist keineoder stark eingeschränkt | ungeeignet | Hier bleibt nur der Weg „NAS als Speicherort“. |
| Unraid | DockerCommunity Applications | sehr gutfür Selbstbauer | Eigene Hardware, eigene Lizenz, mehr Eigenverantwortung. |
| TrueNAS SCALE | Apps / Container | sehr gutfür Selbstbauer | ZFS will Arbeitsspeicher. Einstieg deutlich steiler als bei einer Fertig-NAS. |
| OpenMediaVault | Docker über Pluginomv-extras | gutauch auf dem Raspberry Pi | Kein Hersteller-Support, alles Eigenbau. |
Hinweis zur Tabelle. Diese Einordnung ist eine Momentaufnahme vom August 2026 und dient der groben Orientierung. Verfügbare Pakete, Container-Unterstützung, Modellreihen und Systemvoraussetzungen ändern sich mit jedem Firmware-Update und unterscheiden sich innerhalb einer Herstellerreihe teils erheblich — insbesondere zwischen ARM- und x86-Modellen.
Wir übernehmen keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität. Prüfe die Eignung deines konkreten Modells bitte vor dem Kauf oder vor der Installation in der Dokumentation des Herstellers. Alle genannten Produkt- und Unternehmensnamen sind Marken oder eingetragene Marken ihrer jeweiligen Inhaber; ihre Nennung dient der Information und impliziert keine Verbindung oder Zusammenarbeit.
Weg 1: Ein DMS im Container auf dem NAS
Der verbreitete Weg: paperless-ngx, ecoDMS, Mayan EDMS oder Docspell laufen als Container auf dem NAS. Das NAS wird damit vom Speicher zum Server — es hostet eine Weboberfläche, eine Datenbank und einen Verarbeitungsdienst, und alle Geräte im Haus greifen per Browser darauf zu.
Das funktioniert, und es funktioniert gut, wenn die Voraussetzungen stimmen. Für paperless-ngx heißt das grob: mindestens 2 GB Arbeitsspeicher, komfortabel ab 4 GB, dazu eine CPU, die Texterkennung in erträglicher Zeit schafft. Wie das im Detail eingerichtet wird, steht in unserer Installationsanleitung.
Die typischen Stolpersteine
Diese Punkte tauchen in Foren immer wieder auf — es lohnt sich, sie vor der Installation zu kennen statt danach:
Arbeitsspeicher
Ein Einsteiger-NAS mit 1 oder 2 GB RAM teilt sich diesen Speicher mit dem Betriebssystem, den Freigabediensten und der Foto-Indizierung. Bleibt zu wenig übrig, wird der Container während der Texterkennung vom System beendet — sichtbar als „Import bleibt hängen“ oder Container, die grundlos neu starten. Bei vielen QNAP- und einigen Synology-Modellen lässt sich RAM nachrüsten; das ist die wirksamste Einzelmaßnahme.
ARM statt Intel
Etliche günstige NAS-Modelle haben ARM-Prozessoren. Container laufen dort grundsätzlich, aber langsamer, und einzelne Zusatzdienste sind für ARM nicht immer verfügbar. Texterkennung, die auf einem Intel-Modell Sekunden dauert, kann hier Minuten pro Dokument brauchen.
Dateirechte (UID und GID)
Der Klassiker. Der Container schreibt als bestimmter Nutzer, das NAS erwartet einen anderen — Ergebnis: der Überwachungsordner wird nicht gelesen, oder importierte Dateien lassen sich über die Freigabe nicht mehr öffnen. Deshalb setzt man USERMAP_UID und USERMAP_GID auf die Werte des NAS-Benutzers, dem die Freigabe gehört.
Festplatten-Ruhezustand
Ein DMS-Container schreibt regelmäßig — Datenbank, Zwischenspeicher, Aufgabenplanung. Damit schlafen die Platten praktisch nie mehr ein. Wer sein NAS bisher stromsparend im Ruhezustand betrieben hat, verliert diesen Effekt und sollte den Mehrverbrauch einkalkulieren.
Reverse Proxy und Zertifikate
Sobald das DMS nicht mehr nur unter http://nas:8000 erreichbar sein soll, kommen Reverse Proxy, Zertifikate und die passende Konfiguration ins Spiel — bei paperless-ngx insbesondere PAPERLESS_URL, ohne das Anmeldungen an CSRF-Prüfungen scheitern.
Updates und Backup
Container aktualisieren sich nicht von selbst, und ein NAS-Snapshot allein rettet keine laufende Datenbank zuverlässig. Es braucht einen richtigen Export — und mindestens eine Kopie außer Haus, denn ein RAID schützt vor Plattenausfall, nicht vor Brand, Diebstahl oder Verschlüsselungstrojaner.
Deine Dokumente sind nur erreichbar, solange das NAS läuft. Kein Strom, kein WLAN, Firmware-Update mitten in der Woche, unterwegs ohne Fernzugriff — in all diesen Fällen kommst du an kein einziges Dokument. Für ein Archiv, das genau im Ernstfall funktionieren soll, ist das die härteste Einschränkung dieses Wegs.
Weg 2: Das NAS bleibt Speicherort — die App macht den Rest
Die zweite Antwort dreht die Rollen um. Das NAS macht das, was es am besten kann: Dateien sicher und redundant speichern. Die eigentliche Arbeit — Texterkennung, Erkennung von Absender und Typ, Verschlagwortung, Suche — übernimmt die App auf deinem Gerät.
Genau so arbeitet PaperPeace mit einem NAS. Es gibt zwei Wege, sich zu verbinden, und beide führen zum selben Ergebnis:
1 Per SMB
- Der Standardweg im Heimnetz. SMB ist das Protokoll, mit dem dein Mac und dein Windows-Rechner ohnehin auf die Freigaben zugreifen.
- Nichts wird auf dem NAS installiert — keine App, kein Container, kein Paket.
- Kein offener Port ins Internet nötig.
- Du brauchst: Adresse des NAS, Benutzername, Passwort — und eine Freigabe mit Schreibrechten.
2 Per WebDAV
- Für Nextcloud und ownCloud auf dem NAS — und für jeden anderen WebDAV-Server.
- Unterstützt werden Nextcloud, ownCloud, Infinite Scale und beliebige eigene Server.
- Funktioniert auch von außerhalb des Heimnetzes, wenn dein Server von dort erreichbar ist.
- Du brauchst: Servertyp, Adresse, Benutzername, Passwort. Die DAV-Adresse baut PaperPeace bei Nextcloud und ownCloud selbst und zeigt sie dir an.
Was in beiden Fällen gilt:
- Mit lokaler Kopie. PaperPeace hält deine Bibliothek zusätzlich auf dem Gerät bereit. Du kannst suchen, lesen und ablegen, während das NAS schläft, neu startet oder du gar nicht zu Hause bist. Sobald es wieder erreichbar ist, gleicht PaperPeace im Hintergrund ab.
- Erkennung auf dem Gerät. Die Rechenlast liegt bei iPhone, iPad oder Mac — das NAS braucht weder RAM-Aufrüstung noch Intel-CPU noch Docker.
- Ganz normale Dateien. In der Freigabe liegen PDFs und Bilder, daneben die Metadaten als lesbare Markdown-Datei. Deine bestehende NAS-Sicherung erfasst das Archiv damit automatisch mit.
- Gemeinsam nutzbar. Zeigen mehrere Geräte auf dieselbe Freigabe, arbeitet ihr an derselben Bibliothek.
Der Preis dieses Wegs: Er setzt Apple-Geräte voraus. Ein Windows-Notebook oder ein Android-Tablet kann die Dateien zwar öffnen — sie liegen ja offen in der Freigabe —, aber nicht an der Erkennung und der Suche teilnehmen. Wer alle Plattformen gleichberechtigt einbinden muss, ist mit dem Container-Weg besser bedient.
PaperPeace mit dem NAS verbinden — Schritt für Schritt
Die Einrichtung dauert wenige Minuten und läuft auf iPhone, iPad und Mac gleich ab. Du brauchst vorab nur dreierlei: die Adresse deines NAS im Heimnetz, ein Benutzerkonto darauf und eine Freigabe, in die dieses Konto schreiben darf.
Eine Freigabe, die nur gelesen werden darf. Prüfe in der Benutzerverwaltung deines NAS, dass das Konto, mit dem du dich anmeldest, für die gewählte Freigabe Lese- und Schreibrechte hat. Eine schreibgeschützte Freigabe lässt sich zwar verbinden, aber PaperPeace kann dort nichts ablegen.
Variante A: per SMB verbinden
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Auf dem NAS eine Freigabe anlegen
Lege einen freigegebenen Ordner an — etwa
DokumenteoderPaperPeace— und gib deinem Benutzerkonto Lese- und Schreibrechte darauf. Bei Synology geht das über Systemsteuerung → Freigegebener Ordner, bei QNAP über die Freigabeordner-Verwaltung.Stell außerdem sicher, dass der SMB-Dienst auf dem NAS aktiv ist. Bei beiden Herstellern ist er standardmäßig eingeschaltet.
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In PaperPeace den Speicherort wählen
Beim ersten Start führt dich die Einrichtung direkt zur Auswahl des Speicherorts. Später änderst du ihn jederzeit in den Einstellungen. Wähle dort die Karte NAS (SMB).
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Adresse und Zugangsdaten eingeben
Trag die Adresse deines NAS ein — entweder den Netzwerknamen (etwa
diskstation.local) oder die IP-Adresse (etwa192.168.1.50). Dazu Benutzername und Passwort des Kontos, dem die Freigabe gehört.Ein Tipp fürs Heimnetz: Gib deinem NAS im Router eine feste IP-Adresse. Dann ändert sich die Adresse nie, und die Verbindung bleibt auch nach einem Router-Neustart stabil.
-
Den Ordner auswählen
Nach der Anmeldung zeigt dir PaperPeace die verfügbaren Freigaben. Wähle den Ordner, in dem deine Bibliothek liegen soll — ein leerer Ordner für einen frischen Start, oder ein bereits sortierter, wenn du eine vorhandene Ablage übernehmen willst.
Zeigst du auf einen Ordner, in dem schon Dokumente liegen, fragt PaperPeace einmal, was geschehen soll: „Struktur behalten“ lässt jedes Dokument exakt dort, wo es ist. Alternativ sortierst du die Bibliothek nach einem selbst festgelegten Schema neu — mit einer Vorschau aller Verschiebungen, bevor irgendetwas passiert.
-
Fertig — und der Status bleibt sichtbar
Ab jetzt liegt deine Bibliothek auf dem NAS. In den Einstellungen siehst du jederzeit, woran du bist: Die Speicherort-Karte zeigt den Namen deines NAS und, ob es gerade „Verbunden“ oder „Nicht erreichbar“ ist. Stehen Änderungen zum Hochladen an, steht dort außerdem, wie viele es sind.
Variante B: per WebDAV verbinden
Wenn auf deinem NAS Nextcloud oder ownCloud läuft — als Paket oder im Container —, ist WebDAV oft der bequemere Weg: Er funktioniert auch dann, wenn du gerade nicht im Heimnetz bist, sofern dein Server von außen erreichbar ist.
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Servertyp wählen
PaperPeace fragt zuerst, um welche Art Server es geht: Nextcloud, ownCloud, Infinite Scale oder ein anderer WebDAV-Server. Das ist keine Formalie — davon hängt ab, welche Adresse gebraucht wird.
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Adresse und Zugangsdaten eingeben
Bei Nextcloud und ownCloud genügt die Adresse deines Servers, also etwa
cloud.meine-domain.de. Die vollständige DAV-Adresse setzt PaperPeace daraus selbst zusammen — und zeigt sie dir an, damit du siehst, worauf du dich verbindest. Bei Infinite Scale und anderen Servern gibst du die vollständige Adresse selbst ein. -
Ordner wählen — fertig
Ab hier ist es derselbe Ablauf wie bei SMB: Ordner auswählen, gegebenenfalls entscheiden, ob eine vorhandene Struktur bleibt, fertig.
Eine Adresse ohne Angabe des Protokolls wird immer als https behandelt, nie als http — eine automatische Herabstufung ist genau das, was ein Angreifer im Netzwerk provozieren würde. Gibst du ausdrücklich http:// an, bekommst du eine Warnung, die benennt, was das bedeutet; außerhalb deines eigenen Netzes ist sie deutlicher. Und selbst signierte Zertifikate werden abgelehnt: Die Ausnahme ließe sich technisch nicht auf einen Server begrenzen, sondern würde die Prüfung für alle Verbindungen abschalten.
Unterwegs: warum das NAS nicht laufen muss
Hier liegt der eigentliche Unterschied zum Container-Weg. Ein DMS auf dem NAS ist erreichbar, solange das NAS erreichbar ist. PaperPeace dreht das um: Deine Bibliothek liegt auf dem Gerät, das NAS ist der Ort, an dem sie gesichert und mit anderen Geräten geteilt wird.
Praktisch heißt das: Im Wartezimmer, im Zug, bei der Behörde, im Urlaub — du öffnest die App und deine Dokumente sind da. Kein VPN, kein Fernzugriff, keine Portfreigabe, kein „das NAS ist nach dem Stromausfall nicht hochgekommen“.
Was genau offline verfügbar ist
PaperPeace hält einen Offline-Cache auf dem Gerät. Standardmäßig verwaltet die App ihn selbst anhand des freien Speicherplatzes — du musst dich um nichts kümmern. Wenn du es genauer steuern willst, legst du in den Einstellungen eine feste Obergrenze fest.
Suche und Metadaten funktionieren dabei immer für die gesamte Bibliothek, unabhängig vom Cache: Du findest jedes Dokument, auch wenn seine Datei gerade nicht auf dem Gerät liegt.
Wichtiges dauerhaft dabeihaben
Manche Unterlagen willst du garantiert bei dir haben, nicht „wahrscheinlich im Cache“: Vollmachten, Versicherungspolicen, der Impfpass, die Papiere fürs Auto. Dafür markierst du einzelne Dokumente oder eine ganze Auswahl mit „Offline behalten“. Sie werden dann nie aus dem lokalen Speicher entfernt, egal wie voll er wird.
Wird deine Offline-Auswahl größer als der eingestellte Cache, sagt PaperPeace dir das mit einem Hinweis, wie viel Platz fehlt — statt still Dokumente zu verwerfen, von denen du glaubst, sie seien dabei.
Und wenn du unterwegs etwas ablegst?
Das funktioniert genauso. Du scannst die Rechnung direkt beim Arzt, PaperPeace erkennt sie auf dem Gerät und legt sie in deiner Bibliothek ab. Weil das NAS gerade nicht erreichbar ist, wartet die Änderung — sichtbar als „Änderungen warten auf Upload“. Sobald du wieder im Heimnetz bist, wandert alles von selbst auf das NAS und von dort zu deinen anderen Geräten.
Beim Container-DMS fragst du dich unterwegs: Komme ich gerade an mein NAS? Bei PaperPeace stellt sich die Frage nicht — das NAS holt sich deine Änderungen ab, wenn du wieder da bist.
Beide Wege im direkten Vergleich
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| DMS im Container auf dem NAS | NAS als Speicherort (PaperPeace) | |
|---|---|---|
| Installation auf dem NAS | Container, Compose-Datei, Konfiguration | keine — nur eine Freigabe |
| Verbindung | Browser über das Heimnetz | SMB oder WebDAVNextcloud, ownCloud, Infinite Scale |
| Hardware-Anforderung | ab 2 GB RAM, besser Intel-CPU | keine besondere |
| Wenn das NAS aus ist | kein Zugriff auf Dokumente | Zugriff über die lokale Kopie |
| Zugriff von unterwegs | VPN oder Reverse Proxy nötig | Bibliothek liegt auf dem Gerät |
| Plattformen | alle, über den Browser | iPhone, iPad, Mac |
| Texterkennung läuft | auf dem NAS | auf dem Gerät |
| Mehrbenutzer mit Rechten | ja, feingranular | über Freigabe-Berechtigungen |
| Pflegeaufwand | Updates, Backup, Sicherheit | App-Updates aus dem App Store |
| Stromverbrauch | höher — Platten schlafen kaum noch | unverändert |
| Dateien ohne die Software lesbar | je nach Systemoft Datenbank + umbenannte Dateien | jaPDFs plus Markdown daneben |
Fernzugriff ohne offenen Port
Ein Satz, der in jeder NAS-Anleitung stehen sollte: Eine Portweiterleitung auf die Weboberfläche deines NAS ist keine Fernzugriffslösung. Sie stellt ein Gerät ins offene Internet, dessen Aktualisierung an dir hängt — und NAS-Geräte gehören seit Jahren zu den beliebtesten Zielen automatisierter Angriffe.
Sinnvolle Alternativen, wenn das DMS auf dem NAS läuft:
- VPN in dein Heimnetz — über den Router (etwa WireGuard auf einer Fritzbox) oder als NAS-Paket. Der sauberste Weg.
- Ein Overlay-Netz wie Tailscale oder ZeroTier: verbindet deine Geräte direkt, ohne dass am Router etwas geöffnet wird.
- Ein Tunnel mit vorgeschalteter Anmeldung, wenn eine echte Weboberfläche von außen nötig ist — mit Zwei-Faktor-Schutz davor.
Beim zweiten Weg stellt sich die Frage anders: Weil die Bibliothek ohnehin auf dem Gerät liegt, brauchst du unterwegs gar keinen Zugriff auf das NAS. Der Abgleich passiert wieder, wenn du zu Hause im WLAN bist — oder laufend, wenn du statt des NAS einen Cloud-Ordner als Speicherort wählst.
Backup und Ausstieg
Zwei Fragen entscheiden, ob ein Archiv langfristig trägt — und beide werden meist zu spät gestellt.
Kommst du an deine Dokumente heran, wenn die Software weg ist?
Bei einem Container-DMS liegen die Dateien häufig in einer verwalteten Ordnerstruktur, die nur zusammen mit der Datenbank Sinn ergibt: Ohne sie hast du zwar PDFs, aber keine Titel, keine Schlagworte, keine Zuordnung. Ein Export ist dann Pflicht — bei paperless-ngx über document_exporter, der Dokumente und Metadaten in eine wiederherstellbare Form schreibt.
Liegen die Dokumente dagegen als gewöhnliche Dateien mit einer lesbaren Metadaten-Datei daneben, stellt sich die Frage nicht: Der Ordner ist das Archiv, mit jedem Rechner und jedem Betriebssystem lesbar.
Ist dein Backup ein echtes Backup?
Ein RAID ist keine Sicherung — es überlebt eine kaputte Platte, aber nicht das versehentliche Löschen, nicht Verschlüsselungstrojaner und nicht den Wasserschaden. Die Faustregel bleibt: drei Kopien, zwei verschiedene Medien, eine außer Haus. Läuft eine Datenbank im Spiel, gehört ein konsistenter Export dazu — ein Snapshot mitten im Schreibvorgang kann unbrauchbar sein.
Häufige Fragen
Brauche ich für ein DMS auf dem NAS zwingend Docker?
Für die verbreiteten Open-Source-Systeme wie paperless-ngx praktisch ja — sie werden als Container ausgeliefert. Einzelne kommerzielle Anbieter wie ecoDMS bieten daneben eigene NAS-Pakete an. Wenn dein NAS keine Container ausführen kann, bleibt der Weg, das NAS als reinen Speicherort zu nutzen und die Verwaltung auf ein Gerät zu verlagern.
Reicht mein Synology-Einsteigermodell für paperless-ngx?
Das hängt an zwei Dingen: Ist der Container Manager für dein Modell verfügbar, und hat es genug Arbeitsspeicher? Unter 2 GB wird es unangenehm, weil DSM selbst schon einen Teil belegt. Bei ARM-Modellen kommt hinzu, dass die Texterkennung sehr langsam werden kann. Prüfe im Paketzentrum, ob der Container Manager angeboten wird — das ist die schnellste Antwort.
Kann ich mein NAS mit PaperPeace nutzen, ohne etwas darauf zu installieren?
Ja. PaperPeace verbindet sich direkt per SMB mit einer Freigabe auf deinem NAS — es wird nichts auf dem NAS installiert, kein Container gestartet und kein Port ins Internet geöffnet. Läuft auf deinem NAS Nextcloud oder ownCloud, geht es alternativ per WebDAV. Zusätzlich hält PaperPeace eine lokale Kopie der Bibliothek vor, damit du auch dann arbeiten kannst, wenn das NAS gerade nicht erreichbar ist. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung steht weiter oben.
Unterstützt PaperPeace WebDAV — etwa für Nextcloud auf dem NAS?
Ja. Neben SMB gibt es eine WebDAV-Verbindung für Nextcloud, ownCloud, Infinite Scale und beliebige eigene WebDAV-Server. Du wählst zuerst den Servertyp; bei Nextcloud und ownCloud genügt danach die Serveradresse, die vollständige DAV-Adresse setzt PaperPeace selbst zusammen und zeigt sie dir an. Eine Adresse ohne Protokollangabe wird immer als https behandelt, und selbst signierte Zertifikate werden abgelehnt.
Komme ich an meine Dokumente, wenn ich nicht zu Hause bin?
Ja — dafür ist der Offline-Speicher da. Deine Bibliothek liegt auf dem Gerät, nicht nur auf dem NAS: Suchen, Lesen und Ablegen funktionieren unterwegs ohne VPN, ohne Portfreigabe und ohne dass das NAS überhaupt laufen muss. Den Umfang des lokalen Caches verwaltet PaperPeace automatisch; einzelne Dokumente lassen sich mit „Offline behalten“ dauerhaft an das Gerät binden. Was du unterwegs änderst oder hinzufügst, wandert automatisch auf das NAS, sobald es wieder erreichbar ist.
Was passiert, wenn zwei Personen gleichzeitig am selben NAS-Ordner arbeiten?
Bei PaperPeace liegen die Informationen zu jedem Dokument in einer eigenen Datei neben dem Dokument. Zwei Geräte, die verschiedene Dokumente bearbeiten, kommen sich deshalb nicht in die Quere; ändern beide dasselbe Dokument, setzt sich die zuletzt gespeicherte Fassung durch. Bei einem Container-DMS regelt das der Server über Benutzerkonten und Sperren — feingranularer, dafür mit Serverbetrieb.
Verbraucht ein DMS auf dem NAS mehr Strom?
In der Regel ja. Ein DMS-Container schreibt laufend in seine Datenbank und führt geplante Aufgaben aus, sodass die Festplatten kaum noch in den Ruhezustand gehen. Wie stark sich das bemerkbar macht, hängt vom Gerät ab — bei einem NAS, das vorher die meiste Zeit schlief, ist der Unterschied deutlich spürbar.
Ist ein NAS sicherer als eine Cloud?
Nur, wenn du es pflegst. Ein NAS im eigenen Haus hat den Vorteil, dass niemand sonst Zugriff auf die Daten hat. Es hat aber auch keinen Betriebsteam, das Sicherheitslücken schließt — das bist du. Ein NAS mit veralteter Firmware und geöffneter Weboberfläche ist unsicherer als ein gut geführter Cloud-Dienst. Am robustesten ist die Kombination: NAS im Heimnetz, kein offener Port, aktuelle Firmware und ein Backup außer Haus.
Dein NAS als Speicherort — ohne Container
PaperPeace verbindet sich per SMB mit deiner Freigabe, hält eine lokale Kopie bereit und erledigt Erkennung und Suche auf dem Gerät. Nichts wird auf dem NAS installiert.
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