Bibliothek reparieren, Sync-Journal und neue Mac-Einstellungen.
Liebe Belegjäger und -sammlerinnen, wir waren im September schreibfaul — ihr beim Melden zum Glück nicht. Seit dem letzten Beitrag sind vier Builds erschienen. Darin stecken eine Funktion, die eure Bibliothek wieder zusammenbringt, ein Blick in das, was eure Geräte gerade tun, neue Einstellungen auf dem Mac, eine eigene Suche auf dem iPhone — und eine lange Liste von Stellen, an denen etwas verlorengehen konnte und jetzt nicht mehr verlorengeht.
Der letzte Beitrag endete mit Build 168, dem Notfall-Build vom 26. August. Seitdem sind Build 169 (6. September), 170 (10. September), 172 (15. September) und 178 (24. September) erschienen. Der Reihe nach hatten sie verschiedene Schwerpunkte: 169 hat verändert, wie eure Geräte sich absprechen, 170 hat vor allem eure Discord-Meldungen abgearbeitet, 172 macht sichtbar, was die App im Hintergrund tut, und 178 bringt die neuen Einstellungen auf dem Mac. Weil sich vieles davon über mehrere Builds verteilt, sortieren wir hier nach Thema statt nach Nummer.
„Bibliothek reparieren“
Die wichtigste neue Funktion steht unter Einstellungen → Speicher. Sie sieht eure Bibliothek einmal durch und sucht drei Dinge: Dokumente, die auf die falsche Datei zeigen, Dokumente, deren Datei fehlt, und Dateien in eurem Ordner, die zu keinem Dokument gehören. Das kann passieren, wenn ein zweites Gerät, der Finder oder ein anderes Programm eine Datei verschoben oder umbenannt hat. Bisher half in so einem Fall nur Handarbeit.
Die Prüfung selbst ändert nichts. Was sie gefunden hat, zeigt sie euch danach nach Art getrennt und mit Zahlen, und ihr entscheidet für jede Gruppe. Erst dann passiert etwas. Ob eine Datei zu einem Dokument gehört, entscheidet ihr Inhalt, nicht ihr Name. Abbrechen könnt ihr jederzeit, auch während die App auf einen Speicherort wartet, der nicht antwortet. Einen Fall, den sie nicht entscheiden kann, rät sie nicht, sondern sagt euch, warum sie ihn stehen lässt. Eine Originaldatei fasst sie nie an.
Für den einen Fall, den keine App von innen lösen kann, entscheidet seit Build 170 ihr: Ein Dokument nennt eine Datei, und daneben liegt eine zweite, die genauso gut dazugehören könnte. Die Reparatur zeigt euch jetzt beide Dateien nebeneinander mit Vorschau, unter jeder steht „Diese Datei gehört zum Dokument“. Meist reicht ein Blick auf die erste Seite. Verschoben, umbenannt oder gelöscht wird dabei nichts, und eure Antwort merkt sich die App, damit sie euch dieselbe Frage nicht noch einmal stellt.
Eure Geräte erraten einander nicht mehr
Unter „Bibliothek reparieren“ liegt eine grundlegende Änderung, die mit Build 169 kam: Jedes Gerät schreibt jetzt auf, was es als Nächstes am Speicherort tun wird (eine Datei verschieben, ein Dokument löschen), und die anderen Geräte lesen mit. Solange ein Gerät ansagt, dass es ein Dokument gerade bewegt, fasst das andere es nicht an. Legt ihr ein Dokument auf dem iPhone in einen anderen Ordner, holt der Mac es beim nächsten Speichern nicht mehr an den alten Platz zurück. Und eine angefangene Dateioperation steht nicht nur im Arbeitsspeicher, sondern ist aufgeschrieben und übersteht damit auch einen Absturz.
Ihr seht, was eure Geräte tun: Sync-Journal und System-Logs
Bisher konnte euch keine Anzeige sagen, warum eine Datei auf dem anderen Gerät noch nicht angekommen ist. Mit Build 172 gibt es dafür zwei neue Ansichten unter „Mehr“ in der Seitenleiste (auf dem iPhone im Titelmenü):
Das Sync-Journal zeigt für jedes Gerät eurer Bibliothek als Tabelle, was es angekündigt hat: Zeit, Aktion, Quelle, Ziel und Status (geplant, läuft, erledigt, zurückgestellt oder fehlgeschlagen). Zu jedem Vorgang seht ihr, wann er angelegt wurde, wann er begann und wann er fertig war. Mit dem Pause-Knopf haltet ihr die Journalarbeit dieses Geräts an, bis ihr fortsetzt; was ihr währenddessen ändert, geht danach hinaus.
Die System-Logs zeigen, was dieses Gerät getan hat, in verständlichen Sätzen und ohne die Namen eurer Dokumente. Tippt ihr im Sync-Journal auf eine Zeile, öffnen sich die Logs genau mit den Zeilen, die zu diesem Vorgang gehören. Beides sieht aus wie die Konsole auf dem Mac. Wenn wir euch bei einem Fehler um eine Messung bitten, gibt es dafür jetzt ein Debug-Protokoll: einschalten, den Fehler nachstellen, ausschalten, als ZIP schicken. Das Protokoll bleibt auf eurem Gerät, bis ihr es selbst verschickt.
Ein neues Dokument geht erst hoch, wenn es eingeordnet ist
Bisher schickte die App eine importierte Datei sofort an einen vorläufigen Platz am Speicherort und verschob sie dort nach der Analyse noch einmal. Auf Dropbox kostete das rund 15 Sekunden je Dokument, und eure anderen Geräte sahen kurz ein Dokument an einer Stelle, an die es nicht gehört. Seit Build 172 wartet die Datei auf dem Gerät, bis die Analyse fertig ist, und geht dann direkt an ihren endgültigen Platz. In der Bibliothek steht das Dokument trotzdem sofort. Solange die Datei noch nicht am Speicherort angekommen ist, führt die App sie im neuen Bereich „Wartet auf Übertragung“.
Wartende Dateien gehen außerdem gebündelt hinaus statt einzeln. Und weil das sendende Gerät höchstens alle 30 Sekunden eine Änderungsmitteilung verschickt, wird das iPhone viel seltener geweckt: 27 hochgeladene Dateien bedeuteten bisher 30 Weckungen, jetzt sind es zwei. Das Sperrbildschirm-Widget „Zuletzt hinzugefügt“ aktualisiert sich jetzt auch, wenn auf einem anderen Gerät ein Dokument dazukommt, ohne dass ihr die App öffnet.
Die Einstellungen auf dem Mac sind neu
Mit Build 178 sehen die Einstellungen auf dem Mac aus wie die Systemeinstellungen: links eine Seitenleiste mit den Bereichen, rechts der Inhalt, dazu Zurück und Vor. Über ein Suchfeld findet ihr jede Einstellung, die App springt direkt dorthin und hebt sie hervor. „Geräte“ und „Ablage & Benennung“ öffnen sich nicht mehr in eigenen Fenstern, sondern haben eine eigene Seite. Beim E-Mail-Import stehen die Konten links und das gewählte Konto rechts daneben, und ungesicherte Änderungen gehen nicht mehr still verloren: ⌘W und der rote Knopf fragen vorher nach.
Auch die Stammdaten haben dieses Muster bekommen: Tags, Status, Dokumententypen, Felder, Korrespondenten und Personen stehen links als Liste, rechts daneben bearbeitet ihr den gewählten Eintrag. Die einzelnen Bearbeitungsfenster sind weg. Die Reihenfolge der Status lässt sich per Ziehen ändern, jetzt auch auf dem iPad.
Auf dem iPhone: eine eigene Suche, ein Link zum Dokument, weniger Passwortfragen
Die Lupe öffnet auf dem iPhone jetzt einen eigenen Suchbildschirm wie in der Fotos-App: Das Suchfeld sitzt unten über der Tastatur, darüber die Suchmodi, und solange das Feld leer ist, stehen dort eure zehn letzten Suchbegriffe. Die Treffer erscheinen als Kacheln wie in der Bibliothek. Auf iPad und Mac bleibt die Suche in der Symbolleiste.
Neu auf allen Geräten ist „Link für meine Geräte kopieren“: im Kontextmenü eines Dokuments, im Editor und auf dem Mac im Menü „Ablage“. Der Link öffnet das Dokument auf euren eigenen Geräten, etwa wenn ihr ihn in eine Notiz einfügt. Bei anderen Menschen öffnet er nichts, das sagt schon der Name. Für geschützte PDFs gilt jetzt: Jedes gespeicherte Passwort wird automatisch probiert, bevor die App euch fragt. Die Gehaltsabrechnung vom nächsten Monat braucht also keine Eingabe mehr.
Die Suche nimmt Umlaute ernst
Gemeldet war: „fön“ findet „telefonisch“, „Mull“ findet „Müll“. Die Suche hat intern aus jedem „ö“ ein „o“ gemacht, und „fon“ steckt eben mitten in „Telefon“. Seit Build 170 zählen Umlaute als eigene Buchstaben. „ß“ und „ss“ bleiben austauschbar („grüsse“ findet „Grüßen“), und Groß- und Kleinschreibung spielen weiterhin keine Rolle. Gesucht wird erst ab drei Buchstaben, dafür überall im Wort; beim zweiten Tastenanschlag blitzt also nicht mehr kurz die ganze Bibliothek auf. Eine Folge solltet ihr kennen: Hat die Texterkennung auf einer blassen Seite „Muller“ statt „Müller“ gelesen, findet die richtige Schreibweise dieses Dokument nicht mehr. Fehlt ein Dokument, von dem ihr sicher wisst, dass es da ist, probiert die andere Schreibweise.
Im geöffneten PDF zeigt die Suche jetzt „3 von 12“ mit zwei Pfeilen, mit denen ihr von Treffer zu Treffer springt (auf dem Mac auch mit ⌘G und ⇧⌘G). Bisher sah man den ersten Treffer und kam von dort nicht weiter. Und „Exakte Suche“ wirkt jetzt auch im geöffneten Dokument, nicht nur in der Trefferliste.
Die Texterkennung liest die Seite, wie sie gedruckt ist
Ab iOS und macOS 26 nutzt PaperPeace das neue Texterkennungsverfahren des Systems. Was auf einer Zeile nebeneinander steht, liest es jetzt auch als eine Zeile, zum Beispiel „Gesamtpreis Netto“ und „1.425,00“. An echten Rechnungen stieg die Zahl richtig gelesener Angaben von 7 auf 17 von 20. Auf älteren Systemen bleibt alles, wie es war.
Zum Testen gibt es ab iOS und macOS 27 eine Vorschau: ausgelesene Angaben wie Rechnungsnummer, Betrag und Fälligkeit, gelesen vom Sprachmodell des Betriebssystems. Welche Angaben es gibt, legt ihr in den Stammdaten unter „Felder“ fest und ordnet sie euren Dokumententypen zu. Die gefundenen Werte stehen vorerst in einem eigenen Block in der Notiz des Dokuments, damit ihr sie prüfen könnt. Was ihr selbst in die Notiz geschrieben habt, bleibt unberührt, und abschalten lässt sich die Funktion auch.
Was verlorengehen konnte, geht nicht mehr verloren
Einen großen Teil dieser vier Builds sieht man nicht. Es geht um Stellen, an denen die App „erledigt“ gemeldet hat, obwohl etwas schiefging. Die wichtigsten:
Ein Kamera-Scan überlebt einen misslungenen Speicherversuch. Scheiterte das Sichern, warfen bisher beide Knöpfe des Fehlerdialogs die Aufnahme weg. „Erneut versuchen“ öffnete in Wahrheit die Kamera. Wer den Beleg schon weggeworfen hatte, hatte ihn damit verloren. Jetzt heißt der Knopf „Erneut sichern“ und tut genau das. Weggeworfen wird die Aufnahme nur, wenn ihr „Verwerfen“ tippt.
Eine halb geschriebene Datei auf dem NAS wird nicht mehr übernommen. Im überwachten Ordner auf einem Netzlaufwerk konnte PaperPeace eine Datei aufnehmen, die noch gar nicht fertig übertragen war. War „Originale behalten“ ausgeschaltet, blieb nur die abgeschnittene Kopie übrig. Die App misst jetzt selbst nach, ob die Datei noch wächst, und räumt eine Quelle niemals weg, wenn sich an ihr zwischen Lesen und Wegräumen etwas geändert hat.
Löschen und Verschieben kommen am Speicherort an. Konnte die App ihre Ankündigung an die anderen Geräte gerade nicht verschicken, ließ sie den ganzen Vorgang fallen und meldete trotzdem Erfolg. Beim nächsten Abgleich kam das gelöschte Dokument dann zurück. Solche Vorgänge warten jetzt, bis der Speicherort sie annimmt. Dazu kam ein Fehler aus Build 172: Ein wartender Löschauftrag für _Inbox/Scan.pdf konnte später den neuen Scan desselben Namens treffen. Der Auftrag merkt sich jetzt, welche Datei er meint, und lässt jede andere liegen.
Wenn am Speicherort plötzlich keines eurer Dokumente mehr auftaucht, löscht PaperPeace nichts und sagt euch das. Meist ist der Ordner dann umbenannt, ausgehängt oder ohne Rechte. Ein einzelner Aussetzer von Dropbox („Ordner nicht gefunden“, zwei Sekunden nach einer erfolgreichen Abfrage) reicht der App auch nicht mehr, um die Bibliothek für verschwunden zu halten: Sie fragt ein zweites Mal nach. Und wenn ein Server abweist, weil zu viele Anfragen kamen, wartet PaperPeace jetzt stufenweise, statt ihn weiter mit Anfragen zu überschütten. Was ihr selbst anstoßt, wird nie gebremst.
Das gesperrte iPhone und das Update
Fünf von euch haben dasselbe gemeldet: Nach einiger Zeit war beim Öffnen die Bibliothek leer, oder das Onboarding erschien wieder. Der Grund: iOS weckt PaperPeace im Hintergrund, wenn ein anderes Gerät etwas ändert, auch am gesperrten iPhone. In diesem Zustand sind die Einstellungen der App nicht lesbar, und die App hielt sich für frisch installiert. Seit Build 170 baut PaperPeace bei so einem Start nichts auf und wartet, bis ihr das Gerät entsperrt. Die Einstellungen liegen außerdem an einem Ort, der ab dem ersten Entsperren nach dem Neustart lesbar ist. Und der Abgleich startet jetzt in dem Moment, in dem ihr die App öffnet, statt bis zu einer Minute später.
Mit Build 172 kam noch ein zweiter Fehler dieser Art dazu: Nach jedem Update hat sich eure Bibliothek neu aufgebaut, wenn sie auf dem Gerät oder in einer direkt angebundenen Cloud lag. Die Liste war kurz leer, und manchmal kam der Bildschirm „Kurze Durchsicht deiner Bibliothek“. Der Grund steckt tief in iOS: Der Ordner, in dem eine App ihre Daten ablegt, bekommt bei jedem Update einen neuen Namen, und PaperPeace hatte sich diesen Namen gemerkt. Das ist behoben. Und wer bei der kurzen Durchsicht „Später“ antwortet, wird beim nächsten Start nicht wieder gefragt.
Aus euren Meldungen
Build 170 hat zwölf Fehler aus dem Discord abgearbeitet, und in den folgenden Builds kamen weitere dazu. Eine Auswahl:
Das ✕ im Erinnerungsdatum leert nur noch das Feld, statt die ganze Erinnerung auszuschalten. Ein sechsstellig getipptes Datum wie „050826“ wird zum 05.08.2026 statt zum Jahr 26. Der Editor sagt jetzt mit einer roten Zeile unter dem Feld, wenn eine Eingabe nicht passt, statt sie stillschweigend zu verwerfen. Ein Tag, der nur an Dokumenten hängt und nicht in den Stammdaten steht, lässt sich wieder einfärben und löschen. Die Seitenleiste hat mehr Kontrast, der ausgewählte Ordner einen Balken statt nur einer anderen Farbe, und der Punkt am Speicherort wechselt die Form statt nur die Farbe. Gemeldet hat das ein Nutzer mit Rot-Grün-Sehschwäche, aber besser lesbar ist es jetzt für alle.
Der Duplikat-Vergleich auf dem Mac wird beim Vergrößern wieder größer statt kleiner, und die beiden Dokumente stehen auf iPad und Mac wieder nebeneinander. Der Papierkorb-Dialog passt aufs iPad, und alle drei Wege nennen jetzt die 30-Tage-Frist. Ausfüllen & Signieren funktioniert auf dem iPhone: Textfelder und Unterschriften verschiebt ihr mit langem Drücken und Ziehen. Unter iOS 27 lassen sich Seiten im Seiteneditor wieder drehen. Und der Posteingang heißt jetzt „Eingang“, weil wir dort keine Mails laden und der alte Name ständig mit dem Mail-Import verwechselt wurde. Der Ordner _Inbox am Speicherort behält seinen Namen.
Der aktuelle Stand ist 1.8 (Build 178). Mit dem Journal aus Build 169 hat sich geändert, wie eure Geräte sich absprechen, und seit Build 178 wird auch die Ablagestruktur (welche Ordner, welche Dateinamen) zwischen den Geräten zusammengeführt wie die übrigen Einstellungen. Ein Gerät mit Build 172 oder älter sieht eine Änderung der Ablagestruktur von einem neueren Gerät nicht, und umgekehrt auch nicht. Aktualisiert deshalb bitte zuerst alle Geräte in TestFlight, bevor ihr die Ablagestruktur ändert. Die Build-Nummer steht in TestFlight direkt unter „PaperPeace“ und in der App unter Einstellungen → Über.
Wer von einem älteren Build kommt, sieht beim ersten Start zwei Dinge, die einmalig sind und kein Fehler: PaperPeace ordnet seinen Suchindex für die neue Umlaut-Regel neu (bei 13.000 Dokumenten etwa anderthalb Sekunden), und eine Bibliothek auf dem Gerät oder in einer direkt angebundenen Cloud wird ein letztes Mal neu eingelesen. Danach bleibt das aus. Und falls ihr euch über die fehlende Nummer wundert: Build 171 ging am 14. September hinaus, startete auf iOS 18 und macOS 15 aber nicht. Build 172 hat ihn am nächsten Tag ersetzt.
Fast alles in diesem Beitrag stammt aus euren Rückmeldungen. Fehler meldet ihr am besten in unserem Discord oder per Support-Anfrage. Wenn wir euch um eine Messung bitten, hilft das neue Debug-Protokoll. Eure Wünsche kommen in die Ideenkiste. Und der nächste Beitrag kommt früher, versprochen.
Timo
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