Version 1.7: eure Ordner, eure Namen.
Liebe Papier-Verweigerer, in dieser Version steckt vor allem eines: euer Feedback. Der meistgemeldete Punkt der gesamten Beta war nicht ein Absturz, sondern eine Design-Entscheidung von mir — PaperPeace hat eure Dateinamen umgeschrieben. Das ist vorbei.
Ein Dokument behält den Namen, mit dem es ankam
Bisher hat PaperPeace importierte Dateien „aufgeräumt“: kleingeschrieben, Umlaute aufgelöst, Leerzeichen zu Bindestrichen. Aus „Ernennungsurkunde HBM 26_06_01.pdf“ wurde „ernennungsurkunde-hbm-260601.pdf“. Gut gemeint, technisch sauber — und trotzdem falsch. Ihr habt euch etwas bei diesen Namen gedacht, und eine App, die verspricht, eure Dateien in Ruhe zu lassen, hat sie nicht umzuschreiben.
Ab 1.7 wird eine importierte Datei unter exakt dem Namen abgelegt, mit dem sie ankam — und dieser Name wird auch der Titel des Dokuments. Verändert wird nur noch das, was das Dateisystem schlicht nicht zulässt, also Zeichen wie / oder :. Namensvorlagen greifen jetzt nur dort, wo es gar keinen Namen zu erhalten gibt: bei einem Scan. Der bekommt weiterhin einen sauberen Namen aus Datum und Typ.
Eure Ordnerstruktur — nicht meine
Der zweite große Block: PaperPeace zwingt eure Dokumente nicht mehr in einen Processed-Ordner. Zeigt ihr auf einen Ordner, den ihr euch über Jahre aufgebaut habt, verwaltet PaperPeace die Dokumente genau dort, wo sie liegen. Neue Dokumente werden direkt in eure eigene Struktur einsortiert; eine frische, leere Bibliothek behält den aufgeräumten Processed-Ordner als Voreinstellung.
Und bevor irgendetwas in euren Ordner geschrieben wird, dürft ihr schauen: Beim Einrichten legt ihr das Ordnermuster selbst fest, tippt auf Vorschau, und PaperPeace analysiert an Ort und Stelle 20–30 eurer eigenen Dokumente und zeigt, was euer Muster mit ihnen machen würde — samt grober Hochrechnung auf die gesamte Bibliothek. Brecht ihr ab, bleibt der Ordner exakt so, wie ihr ihn ausgewählt habt. Kein einziges Byte.
Regeln ändern heißt nicht mehr Archiv umbauen
Das war bis eben noch eine Falle: Wer in „Ablage & Benennung“ etwas an den Regeln drehte, wurde direkt in eine Umsortierung des kompletten Archivs geschoben. Wer nur wollte, dass es ab jetzt anders läuft, hatte keinen Weg dorthin.
Jetzt sind das zwei getrennte Entscheidungen. „Speichern“ gilt für alles, was ab sofort neu oder geändert hereinkommt — und fasst keine einzige bestehende Datei an. Erst danach fragt PaperPeace, ob eure bestehenden Dokumente mitkommen sollen. Sagt ihr ja, seht ihr vorher jede einzelne Verschiebung. Umsortiert wird nie etwas ungesehen.
Eure Namen bleiben eure Namen, eure Ordner bleiben eure Ordner, und nichts wird bewegt, ohne dass ihr es vorher gesehen und bestätigt habt.
Ausfüllen & Unterschreiben
Die meistgewünschte neue Funktion: PDF-Formulare direkt in PaperPeace ausfüllen, Textfelder setzen und unterschreiben — auf iPhone, iPad und Mac. Die Unterschrift zeichnet ihr mit Finger, Apple Pencil oder Trackpad, oder importiert sie aus einem vorhandenen Bild: Der Papierhintergrund wird automatisch entfernt, und auf Wunsch wird der Scan in echte Stiftstriche umgerechnet, damit er sich verhält wie eine gezeichnete Unterschrift. Alle Unterschriften liegen im Schlüsselbund — auf dem Gerät, nie synchronisiert, nie exportiert.
Gespeichert wird immer als Kopie: Das Original bleibt unangetastet. Ihr entscheidet beim Speichern, ob die Kopie bearbeitbar bleibt (wie in der Vorschau von Apple) oder fixiert wird.
Nicht mehr nur PDF — und alles bleibt im Original
Diesen Punkt hätte ich beinahe zu leise erzählt: PaperPeace nimmt ab 1.7 deutlich mehr als PDFs und Scans. Neu dazugekommen sind Textdateien und Markdown, Rich Text, Word, Excel und PowerPoint — und Pages, Numbers und Keynote. Bilder in allen gängigen Formaten sowieso. Alles davon lässt sich auf iPhone, iPad und Mac importieren, archivieren, ansehen und einsortieren.
Und es bleibt, was es ist. Bisher hat PaperPeace Bilder zu PDFs plattgemacht und Office-Dateien konvertiert — das Original war weg, und ihr konntet die Datei nicht mehr in der App öffnen, aus der sie stammte. Jetzt wird sie Byte für Byte so archiviert, wie sie ankam. Der Text wird zusätzlich im Hintergrund extrahiert, Suche und Erkennung arbeiten damit wie gewohnt — ihr behaltet nur obendrein das echte Original.
Bei den Grenzen will ich ehrlich bleiben. Für .doc und .odt gibt es die nötigen Lesegeräte nur auf dem Mac: Auf dem iPhone wird so ein Dokument sofort archiviert, sein Text aber erst nachgeholt, wenn die Bibliothek das nächste Mal auf einem Mac geöffnet wird. Bei Pages, Numbers und Keynote klappt die Texterkennung nur, wenn die Datei eine gerenderte Vorschau mitbringt — die meisten modernen iWork-Dateien tun das nicht. Solche Dokumente stehen dann als „Texterkennung ausstehend“ da: sofort nutzbar, benenn- und verschlagwortbar, nur eben (noch) nicht im Volltext durchsuchbar. Blockiert wird dadurch nie etwas — Importieren und Einsortieren funktionieren immer.
Die Erkennung wurde neu gebaut
Die eingebauten Stichwortlisten für Deutsch, Englisch und Französisch sind komplett neu. Die alten Tabellen ließen generische Wortfetzen mitten in anderen Wörtern zünden — der prominenteste Fall: Jede deutsche Gehaltsabrechnung wurde zur Rechnung, weil „rechnung“ in „Abrechnung“ steckt. Die neuen Listen sind kompositasicher und mit echter Fachsprache angereichert.
Dazu kommt: Die Erkennung lernt jetzt neue Stichwörter aus euren eigenen Dokumenten. Sobald ein Typ oder Tag eine Handvoll geprüfter Dokumente hat, findet PaperPeace die Wörter, die ihn auszeichnen — sichtbar und unter eurer Kontrolle, im neuen Stichwort-Editor mit drei Tabs: System (eingebaut, schreibgeschützt), Automatisch erkannt (aus euren Dokumenten gelernt) und Eigene. Nichts davon verlässt jemals euer Gerät.
Gelernt wird aus geprüften Dokumenten — und Prüfen ist jetzt niedrigschwelliger: Ein Dokument zu öffnen und ohne Änderung wieder zu schließen zählt als geprüft. Auch eure Korrekturen wirken sich verlässlich aus; bisher hat PaperPeace in häufigen Situationen stillschweigend bei den eingebauten Gewichtungen geblieben.
Das alles nützt wenig, wenn es nur für neue Dokumente gilt. Deshalb könnt ihr ausgewählte Dokumente jetzt erneut durch die Erkennung schicken — aus dem Kontextmenü oder der Mehrfachauswahl. So kommt die verbesserte Erkennung auch an eurem bestehenden Archiv an. PaperPeace fragt vorher nach, denn die vorhandenen Angaben (Typ, Tags, Korrespondent, Datum …) werden dabei überschrieben.
Durch den Umbau der Erkennung werden eure eigenen Stichwort-Anpassungen an eingebauten Typen und Tags einmalig zurückgesetzt. Dafür erreichen euch künftige Verbesserungen der eingebauten Listen automatisch, statt in einer alten Kopie einzufrieren — eigene Typen und Tags behalten ihre Stichwörter. Außerdem tauchen früher versteckte eingebaute Tags und Typen einmal wieder auf: Verstecken gibt es nicht mehr, dafür lassen sie sich jetzt richtig löschen. Und die Dublettenerkennung schlägt neu erst ab 75 % Ähnlichkeit an statt ab 53 % — es wird also etwas seltener gewarnt. Wer es lockerer mag, stellt den Regler unter Einstellungen → Import → Dubletten zurück.
Und außerdem
Beim Datum werden jetzt auch Monatsangaben wie „Im März 2026“ oder „Stand: Sept. 2026“ erkannt — und kein Dokument landet mehr ganz ohne Datum. Navigation und Menüs auf iPhone und iPad sind neu gebaut (Titelleiste statt Tab-Leiste, Scan-Button in der unteren Leiste, Suche auf Zuruf); der Dokument-Editor auf dem iPhone ist eine normale Seite geworden, damit die Zurück-Geste wieder funktioniert.
Die Detailfelder sind auf allen Plattformen gleich sortiert und aufgeräumt: Der eigene Status-Tab ist verschwunden, Erinnerung und „Erledigt“ sitzen jetzt beim Fälligkeitsdatum, auf das sie sich beziehen — und wer die Erinnerung einschaltet, bekommt das Fälligkeitsdatum gleich vorbelegt. Korrespondent, Person, Tags und Typ wählt ihr überall gleich aus: die fünf häufigsten als Chips zum Antippen, dahinter ein durchsuchbares Menü, in dem sich neue Werte direkt anlegen lassen.
Stammdaten — Tags, Typen, Korrespondenten, Personen, Status — lassen sich vollständig verwalten und erstmals auch die eingebauten löschen. Dazu: Dokumente per Drag & Drop in andere Apps ziehen (Mac und iPad), Vorschau überall, auf dem Mac zusätzlich „In Vorschau öffnen“ und „Im Finder zeigen“, „Als geprüft markieren“ endlich auch auf iPad und Mac, der Umschalter im Dokument heißt jetzt Original / Text, ⌘F für die Suche und Kachelgröße per Pinch-Geste.
Die vollständige Liste steht wie immer im Bug-Tracker und eure Wünsche in der Ideenkiste — beides lebt von euch.
Version 1.7 wartet derzeit auf die Freigabe durch Apple. Wie immer werdet ihr automatisch per TestFlight informiert, sobald sie verfügbar ist.
Danke fürs Melden, fürs Nachhaken und fürs Dranbleiben. Genau daraus ist diese Version entstanden.
Timo
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